Opulente, manchmal etwas martialisch wirkende Frauen, massive Fahrräder, Autobahnkreuzungen, hakige Monsterhybride und groteske Architekturen sind die bevorzugten Motive von Leonhard Fink. Seine Kreaturen wirken majestätisch und räudig zugleich, sie haben etwas von barocken Robotnics oder sind einfach nur verblüffende, in Form gebrachte Ansammlung hübscher Atömchen.

Mit einer Mischung aus Texturen, anatomischen Merkmalen und Zierstrukturen füllt Fink die impulsiv und rasch konturierten Hüllen. Die Ornamentik, derer er sich hierbei bedient, ist ausgesprochen üppig und von verwirrender, abrupt wechselnder, irgendeinem organischen Gesetz folgender Rhythmik. Sein Strich wechselt sehr kurzweilig von vorsichtig nach fahrlässig und wieder zurück.

Seit Frühjahr 2001 arbeitet Fink (geb. 1982)  mittlerweile im „atelier gugging“ oder - mittags - im „Haus der Künstler“ an seinen meist kleinformatigen Bleistiftzeichnungen. Er lebt in Weidling/Klosterneuburg, und um in das Atelier zu kommen, geht er täglich 10-20 Kilometer (so genau weiß das keiner) zu Fuß.

So sehr seine ganze Erscheinung von Enthusiasmus geprägt ist – auf seine menschlichen, integrativen Qualitäten und auf seine Art, gewohnte Strukturen ordentlich aufzumischen, wollen wir wahrlich nicht mehr verzichten –, so sehr spiegeln sich Lust und Wille in seiner Arbeitsweise und den Ergebnissen.

Fink gestaltet, ganz „brut“, unbeeinflusst von der Bildnerei anderer, thematisch und formgebend, vielseitig und spontan. Er besitzt die Fähigkeit (!) sich derartig  bedenkenlos in das Fahrwasser seiner Kreativität zu stürzen, dass die Ergebnisse für ihn und andere stets überraschend oder gar überwältigend sind - was aber im Verlauf der Arbeit nach vermeintlich unentschlossen gestaltetem und wahllos aneinandergereihtem Stückwerk anmutet, mündet meist in eine bestechende Komposition.

Derzeit sind in der Galerie Latal keine Bilder von Leonhard Fink erhältlich